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Die Krankheit

Bei der Alopecia areata fallen die Haare anders als etwa beim diffusen Haarausfall stellenweise ganz aus, so dass scharf abgegrenzte, eher runde völlig kahle Flecken entstehen. Meist ist nur die Kopfbehaarung betroffen; im Extremfall kann es dabei zum völligen Verlust kommen. Bei manchen Alopecia-areata-PatientInnen werden auch die Körperbehaarung oder Augenbrauen und Wimpern in Mitleidenschaft gezogen.

Grundsätzlich besteht bei der Alopecia areata die Möglichkeit, dass die Haare wieder nachwachsen, da die Haarfollikel funktionsfähig bleiben. Häufig wachsen kahle Stellen auch ohne Behandlung im Laufe mehrerer Monate wieder zu.

Warum es jedoch überhaupt zu dem Haarausfall kommt, ist letztlich weitgehend ungeklärt. Vordergründig liegt der Auslöser in einer Entzündung der Haarzwiebel, durch die das Nachwachsen des Haares verhindert wird. Es wird angenommen, dass es sich dabei um eine Art Fehlreaktion des Immunsystems handelt; das “Immunsystem macht gegen eigene Haare mobil” (Latz 67). Die wirkliche Ursache für den Haarausfall ist jedoch unbekannt. Genetische Veranlagung und psychische Belastungen werden als Einflussfaktoren diskutiert, stellen aber keine hinreichende Erklärung dar. Auch Umweltbelastungen und hormonelle Störungen fallen hier weitgehend weg, da die Krankheit schon in der Antike bekannt war und bei Menschen unterschiedlichen Geschlechts und Alters gleichermaßen vorkommt.

Das Auftreten einer kahlen Stelle am Kopf - die häufig beim Friseur entdeckt wird, weil sie ansonsten zunächst kaum auffällt - ist für viele Betroffene ein Schock. Nach wie vor ist das Krankheitsbild viel zu wenig bekannt, obwohl nach Schätzungen etwa 1 Mio. Menschen in der Bundesrepublik darunter leiden und die Alopecia areata damit nach der männlichen Glatzenbildung die verbreitetste Form des Haarausfalls ist (Latz 65, 67). Leider sind auch Hautärzte und Hautärztinnen nicht immer ausreichend damit vertraut, so dass PatientInnen manchmal erst auf Umwegen zur geeigneten Therapie kommen. Dabei gibt es bei der Alopecia areata einige Charakteristika wie etwa die glatte, nicht vernarbte Haut der kahlen Stellen und die kurzen sog. Ausrufezeichenhaare an deren Rand (die allerdings keine neue Behaarung darstellen, sondern eher ein Anzeichen für das Fortschreiten der Krankheit sind). Häufig treten Alopecia-areata-PatientInnen außerdem gleichzeitig Nagelveränderungen auf.

Am Beginn der Behandlung sollten zunächst andere Ursachen für einen Haarausfall wie Infektionen anderer Organe oder hormonelle Störungen ausgeschlossen werden. Meist gibt es hier keinen Befund, was den Verdacht auf die Alopecia areata bestätigt.

Eine Prognose des Krankheitsverlaufs ist kaum möglich; die Bandbreite reicht von der spontanen Abheilung einzelner kahler Stellen innerhalb von Monaten über die Ausdehnung und das Zusammenwachsen mehrerer Herde bis hin zum völligen Haarverlust. Generell scheinen die Chancen für eine baldige Wiederbehaarung zu sinken, je länger ein Herd besteht. Sehr hartnäckig sind außerdem kahle Stellen am Haaransatz. In jedem Fall ist es wichtig, so schnell wie möglich mit einer Behandlung zu beginnen.

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